Phex Kinder

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Ein haariger Auftrag

Von Luthien am 01. März 2018

Traviamark

Ingerimm-Tempel von Zwerch, 25. Boron 1033 BF
„Mein Name ist Argwig von der Hude. Ich bin hier im Namen Tristams von Rabenmund. Ich muss den Hochgeweihten sprechen.“ Während seine Worte durch den langgezogenen, Tempelbau hallten und sich mit dem rhytmischen Schlägen des Schmiedehammers mischten, zog Argwig das Schreiben Tristams aus seinem Wams hervor und hielt es dem Akoluthen zur Begutachtung hin. Der junge Bursche, auf dessen Oberlippe sich gerade der erste Flaum entwickelte, warf einen langen, kritischen Blick auf das Siegel. Dann nickte er. „Ich werde seine Hochwürden unterrichten. Wenn ihr bitte einen Moment warten wollt.“ Damit wandte er sich ab und verließ die große Haupthalle durch eine Seitentür.

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Mondschatten

Von Luthien am 29. Dezember 2017

Wildermark

Eine Lichtung in einem Wald am Fuße der Trollzacken, Anfang des Jahres 1033 BF
Dunkelheit hatte sich über Aventurien gesenkt, die Praiosscheibe war hinter dem Horizont versunken. Voll stand das Madamal am Himmel und tauchte die ganze Welt in silbriges Licht. Die Sterne drückten sich dahinter in das endlose Schwarz des Firmaments, vollumfänglich überstrahlt vom Licht des Mondes. Die Luft war lau. Der Wind ging in einer leichten Brise und brachte die Blätter der Bäume, die Zweige der Sträucher und die Halme des Grases zum Rascheln. Grillen zirpten; hin und wieder tönte der Ruf einer Eule durch das Gehölz.

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Brief an Baron von Rosshagen

Von Merdarion am 14. Dezember 2017

Wildermark

Euer Hochgeboren von Rosshagen,
auch wenn ich sicher bin, dass euch die frohe Kunde schon erreicht haben wird, möchte ich euch darüber in Kenntnis setzen, dass die Gefahr durch die niederträchtige Kreatur, welche wir unter dem Namen „Finstermann“ kannten, in gemeinsamer Mühe gebannt werden konnte. Ich möchte die Gelegenheit zudem nutzen, um mich im Namen von Zweihmühlen für eure Hilfe im Kampf gegen diese frevlerische Gestalt im vergangenen Jahr zu bedanken und euch dazu einladen, für einige Tage unser Gast zu sein, solltet ihr Interesse an der Geschichte seines Niedergangs haben.

Ich wünsche euch beste Gesundheit und verbleibe hochachtungsvoll,
Adhemar von Rallerspfort

verfasst Anfang Praios 1033 BF

Olbur, Drachentöter

Von Merdarion am 23. Oktober 2017

Wildermark

Zerbissen, geschunden, zerkratzt und verbrannt,
So die Sage von Olbur dem Langen stattfand.
Ein Zwerg so kühn sich zu stellen dem Drachen,
Gar kämpfte weiter als er befand sich im Rachen.
Die Bestie sie tobte und fauchte rastlos,
Doch ließ sie den armen Zwergen nicht los.
Mit strengen Hieben der Zwerg sich erwehrte,
Mal links mal rechts der Hammer den Drachen belehrte.
Die letzte Hoffnung des Ungetums,
Verbrennen er wollt ihn im feurigen Sturm.
Olbur jedoch beflügelt vor Zorn,
Rammt‘ in den Gaumen des Korspießes Sporn.
Der letzte Streich ihn sollt bezwingen,
Halfen die Helden Olbur zu entwinden.
Befreit aus dem Maule, welch’s rot war vor Glut,
Der Zwerg sich vergönnte ein Schluck kochend Blut.
Das Kind ward gerettet und Kornmund befreit,
Die Sage von Olbur tragt in all‘ Ewigkeit.

–Ein Aushang, welcher kurz nach den Geschehnissen um den Höhlendrachen die Stadt Zweimühlen ziert. Des Nachts kann man auch einige Geschichtenerzähler aus den Tavernen hören und selbst im Waisenhaus scheint das Märchen als Schauerspiel vor den Abendstunden die Kinder in ihren Bann zu ziehen, Travia 1033 BF

Maus und Schlange

Von Luthien am 06. Februar 2017

Wildermark

Abseits der Reichsstraße I, In der Nacht vom 28. auf den 29. Rahja 1032 BF
Während sich seine Gefährten um das Lagerfeuer versammelt hatten und die Wachschichten für die Nacht besprachen, hatte sich Celtas ein paar Schritte weit abgesetzt, ihnen den Rücken zugewandt und sich ins Gras gekniet. Der sommerliche Abend war lau und die Tage waren lang, sodass es selbst zu forgeschrittener Stunde noch nicht dunkel war. Man hatte heute ein gutes Stück des Weges zum Mythraelsfeld hinter sich gebracht und abseits der Straße ein Rastlager aufgeschlagen. Die Pferde waren getränkt worden, die Recken waren gesättigt. Zelte und Schlafsäcke standen und lagen einladend für die Nacht bereit.

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Brüder im Geiste

Von Luthien am 13. September 2016

Wildermark

Westlich von Zweimühlen, 09. Ingerimm 1032 BF
Begleitet von dem Schmatzen seiner Stiefel auf dem durchnässten Boden, dem unsteten Tropfen des bis vor kurzem vom Himmel gefallenen Regens von den grünen Blättern (mehr …)

Stein für Stein

Von Luthien am 01. September 2016

Wildermark

Zweimühlen, 07. Ingerimm 1032 BF
Es dämmerte bereits, als Celtas die Stadt, die sich Zweimühlen nannte, durch das Wehrheimer Tor verließ. Den Zeitpunkt hatte er bewusst gewählt: Die meisten Bauern hatten ihre Felder bereits verlassen und es waren nur noch wenige Menschen unterwegs. Denn obwohl es ihn nicht kümmerte, was die unwissenden Bürger der Stadt von ihm oder seinen Künsten hielten, so wollte er sie doch nicht unnötig aufregen oder gar mit einem Messer im Rücken aus der Meditation gerissen werden.

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Reite! Streite! Blute!

Von Jasper am 25. Februar 2016

Garetien

Irgendwo in den Grüften der Adelshaus Altenkolm, 16. Peraine 1037BF
Quinn nahm alles klar und deutlich wahr. Er sah wie Haldoryns‘ Protzschwert durch die Krötenmänner fuhr und sie blutend niederstreckte. Er sah den Zwerg Bordorox wie er sich gegen zwei weitere zur Wehr setzte. Es waren seine Gegner … seine, denn er lag nun auf dem verdammten Boden und sah seine letzte Kraft dunkelrot aus sich herauspulsieren. Schwipp schwapp schwipp… Hypnotisierend.

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Ruhig, Brauner

Von Merdarion am 25. Januar 2016

Garetien

Kurz vor Burg Rudes Schild, 23. Tsa 1032BF
Der kalte Wind wehte Adhemar unaufhöhrlich entgegen und er musste sich regelmäßig mit den mittlerweile steif gefrorenen Handschuhen die Tränen aus dem Gesicht wischen, um noch etwas sehen zu können.
Als seine Sicht wieder etwas klarer wurde, lockerte sich seine grimmige Miene, denn sein Ziel war endlich erreicht: Burg Rudes Schild.
Der einstmalige Hort der Reichsinsignien und jetziger Sitz der Goldenen Lanze stand in voller Pracht auf dem Trullenrück und ließ Adhemar alleine beim Gedanken an den großen Kamin in der Versamlungshalle warm werden. 5 Jahre lang war dies sein Zuhause gewesen und er fragte sich, was sich in den Jahren nach seinem Ausscheiden alles verändert hatte. Hoffentlich war noch ein warmes Mahl und etwas heißes Met zu bekommen, die Verpflegung dürfte bereits stattgefunden haben, dachte er sich und gab dem Pferd die Sporen, um seine Chancen auf einen gefüllten Magen zu vergrößern.

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Ein Vermächtnis

Von Keldric am 15. Januar 2016

Wildermark

Auf dem Boronsanger zu Zweimühlen, am Abend des 4. Tsa 1032 BF
Lucardus stand allein auf dem eingeschneiten Boronsanger, vor ihm das frische Grab Ilmariels. Die Trauerfeierlichkeiten zu seinen Ehren waren zu Ende und die Sonne würde bald untergehen. Es war kalt und feucht. Selbst in seinem dicken Pelzmantel fror Lucardus. Sein Atem verwandelte sich in weiße kleine Wolken. Wütend ballte er die Rechte zur Faust, sodass sich das rote Leder der Handschuhe über seinen Knöcheln spannte.

„Elender Bastard! Warum bist du so früh gestorben? Hättest du nicht noch ein paar Jahre damit warten können? So schnell werde ich keinen viel versprechenden Ersatz für dich auftreiben können.“

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