Phex Kinder

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Olbur, Drachentöter

Von Merdarion am 23. Oktober 2017

Wildermark

Zerbissen, geschunden, zerkratzt und verbrannt,
So die Sage von Olbur dem Langen stattfand.
Ein Zwerg so kühn sich zu stellen dem Drachen,
Gar kämpfte weiter als er befand sich im Rachen.
Die Bestie sie tobte und fauchte rastlos,
Doch ließ sie den armen Zwergen nicht los.
Mit strengen Hieben der Zwerg sich erwehrte,
Mal links mal rechts der Hammer den Drachen belehrte.
Die letzte Hoffnung des Ungetums,
Verbrennen er wollt ihn im feurigen Sturm.
Olbur jedoch beflügelt vor Zorn,
Rammt‘ in den Gaumen des Korspießes Sporn.
Der letzte Streich ihn sollt bezwingen,
Halfen die Helden Olbur zu entwinden.
Befreit aus dem Maule, welch’s rot war vor Glut,
Der Zwerg sich vergönnte ein Schluck kochend Blut.
Das Kind ward gerettet und Kornmund befreit,
Die Sage von Olbur tragt in all‘ Ewigkeit.

–Ein Aushang, welcher kurz nach den Geschehnissen um den Höhlendrachen die Stadt Zweimühlen ziert. Des Nachts kann man auch einige Geschichtenerzähler aus den Tavernen hören und selbst im Waisenhaus scheint das Märchen als Schauerspiel vor den Abendstunden die Kinder in ihren Bann zu ziehen, Travia 1032 BF

Maus und Schlange

Von Luthien am 06. Februar 2017

Wildermark

Abseits der Reichsstraße I, In der Nacht vom 28. auf den 29. Rahja 1032 BF
Während sich seine Gefährten um das Lagerfeuer versammelt hatten und die Wachschichten für die Nacht besprachen, hatte sich Celtas ein paar Schritte weit abgesetzt, ihnen den Rücken zugewandt und sich ins Gras gekniet. Der sommerliche Abend war lau und die Tage waren lang, sodass es selbst zu forgeschrittener Stunde noch nicht dunkel war. Man hatte heute ein gutes Stück des Weges zum Mythraelsfeld hinter sich gebracht und abseits der Straße ein Rastlager aufgeschlagen. Die Pferde waren getränkt worden, die Recken waren gesättigt. Zelte und Schlafsäcke standen und lagen einladend für die Nacht bereit.

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Brüder im Geiste

Von Luthien am 13. September 2016

Wildermark

Westlich von Zweimühlen, 09. Ingerimm 1032 BF
Begleitet von dem Schmatzen seiner Stiefel auf dem durchnässten Boden, dem unsteten Tropfen des bis vor kurzem vom Himmel gefallenen Regens von den grünen Blättern (mehr …)

Stein für Stein

Von Luthien am 01. September 2016

Wildermark

Zweimühlen, 07. Ingerimm 1032 BF
Es dämmerte bereits, als Celtas die Stadt, die sich Zweimühlen nannte, durch das Wehrheimer Tor verließ. Den Zeitpunkt hatte er bewusst gewählt: Die meisten Bauern hatten ihre Felder bereits verlassen und es waren nur noch wenige Menschen unterwegs. Denn obwohl es ihn nicht kümmerte, was die unwissenden Bürger der Stadt von ihm oder seinen Künsten hielten, so wollte er sie doch nicht unnötig aufregen oder gar mit einem Messer im Rücken aus der Meditation gerissen werden.

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Ruhig, Brauner

Von Merdarion am 25. Januar 2016

Garetien

Kurz vor Burg Rudes Schild, 23. Tsa 1032BF
Der kalte Wind wehte Adhemar unaufhöhrlich entgegen und er musste sich regelmäßig mit den mittlerweile steif gefrorenen Handschuhen die Tränen aus dem Gesicht wischen, um noch etwas sehen zu können.
Als seine Sicht wieder etwas klarer wurde, lockerte sich seine grimmige Miene, denn sein Ziel war endlich erreicht: Burg Rudes Schild.
Der einstmalige Hort der Reichsinsignien und jetziger Sitz der Goldenen Lanze stand in voller Pracht auf dem Trullenrück und ließ Adhemar alleine beim Gedanken an den großen Kamin in der Versamlungshalle warm werden. 5 Jahre lang war dies sein Zuhause gewesen und er fragte sich, was sich in den Jahren nach seinem Ausscheiden alles verändert hatte. Hoffentlich war noch ein warmes Mahl und etwas heißes Met zu bekommen, die Verpflegung dürfte bereits stattgefunden haben, dachte er sich und gab dem Pferd die Sporen, um seine Chancen auf einen gefüllten Magen zu vergrößern.

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Ein Vermächtnis

Von Keldric am 15. Januar 2016

Wildermark

Auf dem Boronsanger zu Zweimühlen, am Abend des 4. Tsa 1032 BF
Lucardus stand allein auf dem eingeschneiten Boronsanger, vor ihm das frische Grab Ilmariels. Die Trauerfeierlichkeiten zu seinen Ehren waren zu Ende und die Sonne würde bald untergehen. Es war kalt und feucht. Selbst in seinem dicken Pelzmantel fror Lucardus. Sein Atem verwandelte sich in weiße kleine Wolken. Wütend ballte er die Rechte zur Faust, sodass sich das rote Leder der Handschuhe über seinen Knöcheln spannte.

„Elender Bastard! Warum bist du so früh gestorben? Hättest du nicht noch ein paar Jahre damit warten können? So schnell werde ich keinen viel versprechenden Ersatz für dich auftreiben können.“

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Der Grünfink

Von Luthien am 14. Januar 2016

Wildermark

Baronie Zweimühlen, dort wo die Felder in Wälder übergehen, Tsa 1032 BF
Mit Leichtigkeit durchstieß die kantige Spitze seines steineren Dolches die vom Schnee der letzten Wochen aufgeweichte Grasnarbe und drang so tief in den Erdboden ein, bis nur noch das Heft der archaischen Waffe hervor ragte. Celtas setzte sich daneben auf den Boden, kreuzte die Beine übereinander, straffte den Rücken und schloss die Augen. Seine Linke wanderte zum Knauf des Dolches und umschloss ihn vorsichtig, sanft, beinahe zärtlich.

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Ein Handel

Von Luthien am 14. Januar 2016

Wildermark

Ein unbestellter Acker in Zweimühlen, am 12. Tsa 1032 BF
Mit einem dumpfen Knall landete Celtas im Dreck. Er hatte etwas zu schnell anzureiten versucht und war dabei mit seinem Fuß aus dem Steigbügel gerutscht. Ein paar Schritt weit hatte er sich noch festhalten können, dann war er wenig elegant aus dem Sattel gerutscht und vom Pferd gefallen.

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Den Bären schießen

Von Merdarion am 12. Januar 2016

Wildermark

Grafenschloss Zweimühlen in Adhemars Zimmer, am 05. Tsa 1032
Die Wut, welche Adhemar unten an der Tafel bei Durchforstung von Ilmariels Aufzeichnungen überkam und ihn dazu brachte danach schweigend mit einem Humpen Bier auf sein Zimmer zu gehen, war inzwischen gewichen und blanker Frust hatte seinen Platz eingenommen. Auch stand kein Mühlenbräu mehr vor ihm auf dem Tisch, sondern Brachfelder Bärenbiss, ein Weidener Rübenschnaps.
Wie konnte er sich nur dermaßen in einer Person geirrt haben? Was dieser kleine Halunke wohl noch hinter seinem- oder den Rücken der anderen getrieben hatte, fragte sich Adhemar und schenkte nach. In einem Schluck leerte er das kleine Tongefäß und atmete die Schärfe aus. Mittlerweile war mehr als die Hälfte aus dem Krug seinen Hals hinunter geflossen und ein warmes Kribbeln durchzog langsam seinen Körper.

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Zweimühlen trägt schwarz

Von Keldric am 09. Januar 2016

Wildermark

„Der große Held von Zweimühlen“

Zweimühlen, am Abend des 3. Tsa 1032 BF
„Ich hab‘ gehört, die Vier sind so ‘nem verfluchten Nekromanten hinter. Ein ganzes Untotenheer soll der aufgestellt haben, wollt‘ wohl den verdammten Nekrorius rächen.“ Sein Nebenmann nickte bekräftigend. „Den Zwölfen sei Dank, ham die den und seine Knöchernen zum Namenlosen gejagt, bevor die unser Zweimühlchen erreicht ham.“
Der junge Mann vom Nachbartisch zog seinen Hocker heran und setzt sich zu den beiden angetrunkenen Schmiedegesellen an den Tisch. „Schade um den Ilmariel, Boron hab ihn selig. Hätt‘ ich dem gar nicht zugetraut! Aber der alte Perin, mein Nachbar dem sein Bruder, der hat am Tor gehört, dass der dem Hexer wutentbrannt entgegen gestürmt ist, so als ob die Rondra selbst in den gefahr‘n wär. Und die andern alle ihm hinterher. Bis in die Niederhöllen ham die den gejagt, ich sach‘s dir. Und hätt‘ der Stadtmeister sich nicht geopfert, da hätt’n wir hier den nächsten Necrorius. Der hatte sich nämlich schon unser Zweimühlen ausgeguckt. Frag mal die Ganstreu!“
Der Mann haute mit der Faust auf den Tisch. „Noch einen letzten aufn Stadtmeister! Wenn der und die andern nicht gewesen wär’n ….“ „Aufn Stadtmeister!“ „Prost!“ Der junge Mann klopfte seinen Tischnachbarn zum Abschied kameradschaftlich auf die Schultern und torkelte aus der Schänke. Kaum drei Schritte aus der Taverne hinausgegangen, verfestigte sich der Schritt des Tobriers. Eiligen Schrittes verschwand er in den Gassen.

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