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Aljajin Tunajaar

Boronsrad Name: Aljajin Tunajaar Boronsrad
Titel: Schwertgeselle im Busker-Stil
Geschlecht: Männlich
Alter: etwa 29 Götterläufe
Größe: 1,86 Schritt
Haarfarbe: Schwarz
Augenfarbe: Braun
Familienstand: Ledig

Aussehen und Auftreten

Aljajin Tunajaar ist großgewachsen und trägt seinen gestählten und deutlich übertrainierten Körper gerne zur Schau. Seine etwa spannlangen, schwarzen Haare hängen verfilzt von seinem Haupt herunter und erwecken zusammen mit der zerschlissenen und heruntergekommen Kleidung den Eindruck eines Landstreichers, der von den überaus schlechten Zähnen und der fettigen, gebräunten Haut nur unterstrichen wird. Lediglich die jederzeit auf Hochglanz polierten Schwerter am Gürtel, sowie der in grellen Farben
bemalte Holzharnisch – oder auch Käferpanzer genannt – heben sich von diesem Bild ab.
Seine tiefbraunen Augen zeugen von Charakterstärke und dem hohen Maße an Lebenserfahrung, das er in seinen jungen Jahren bereits gesammelt hat. Halb verdeckt, von den buschigen, tiefsitzenden Augenbrauen, entfesseln sie einen grimmigen Blick in die Welt. Am auffälligsten ist allerdings, dass sein gesamter Körper – vom Scheitel bos zur Sohle – von dutzenden frischen und alten Narben bedeckt ist, die von Wunden stammen, die Tunajaar sich im Laufe der Jahre bei seinen Kämpfen, Übungen und Selbstüberwindungen zugezogen hat.
Abgesehen von seinem Äußeren bietet er einen eher filigranen und eleganten Eindruck. Seine Bewegungen sind schnell und geschmeidig, seine Sprechweise trotz Dialekts fast makellos und sein Benehmen dem eines Edlen würdig.
Wenn er sich jedoch nicht gerade für einen festlichen Anlass herausgeputzt hat, käme kaum jemand auf die Idee, ihn mit einem solchen zu Vergleichen, da er ungewaschen und sehr verwarlost daherkommt. Trotz seiner Offenheit gegenüber allem und jedem, wirkt er auf fremde häufig unnahbar, wenn nicht sogar abstoßend, was ihn in der Vergangeheit eher zu einem Einzelgänger gemacht hat.

Lebenslauf

Wann genau Aljajin Tunajaar das Licht Deres erblickte ist unbekannt. Den lückenhaften und schwer leserlichen Aufzeichnung des Waisenhauses, in dem er die ersten Jahre seines Lebens in einem kümmerlichen Dasein verbrachte, lässt sich nicht viel mehr entehmen, als dass er als schreiender Säugling in den Armen seiner toten, in der Gosse Tuzaks liegenden Mutter gefunden und von einer gutmütigen Frau ins Waisenhaus gebracht wurde, anstatt sich den Tod zu holen. Die Zeit im Waisenhaus sind wohl eher als ein Dahinvegitieren zu beschreiben, denn als Leben. Die von Spenden der höheren sozialen Bevölkerungsschichten finanzierte Einrichtung, bot nichts weiter als zwei karge Mahlzeiten pro Tag, eine billige Amme und ein undichtes Dach über dem Kopf. So kommt es fast einem Wunder gleich, dass Aljajin es nicht den meisten seiner jungen Mitbewohner gleichtat, einen erbärmlichen Tod starb und in einem kleinen Loch im Hinterhof des düsteren Gemäuers verscharrt wurde.

Es musste schon etwa vier Jahre her sein, dass er hier abgeliefert worden war, als Omjaidrech von Tuzak, ein bekannter, ortsansässiger Händler, dem Waisenhasu einen Besuch abstattete, mit der Absicht, eine größere Spende zu tätigen und sich selbst von den Umständen vor Ort zu überzeugen. Entsetzt wie er war, sorgte er dafür, dass das Haus sofort geschlossen, die Verantwortlichen bestraft und die Kinder woanders unterkamen – dass sicherlich die Hälfte der Kinder auf der Straße landeten, erfuhr er nie. Seiner Frau jedoch war ein pfiffiger kleiner Bursche während des kurzen Besuches so sehr ans Herz gewachsen, dass sie darauf bestand, ihn zu adoptieren und ihn wie einen eigenen Sohn aufzuziehen. Obgleich Omjaidrech von der Idee nicht sonderlich begeistert war, stimmte er ein, weil er diesen Wink des Schicksals als Buße für seine zahllosen Sünden interpretierte.
So kam es, dass Aljajin, dem Horror des Waisentums entkam und am 12. Rahja des Jahres 988 BF neugeboren in die reiche Handelsfamilie aufgenommen wurde. Die nächsten Jahre verbrachte Aljajin in der Obhut des reichen Handelsmagnaten, und seiner Frau. Zwar wurde er nie wirklich wie ein leibliches Kind behandelt, aber er genoss eine gute Erziehung, hatte alles, was das Herz begehrt und begleitete seinen Adoptivvater sogar mehrere Male bei einer seiner Handelsreisen und lernte mehr von der Welt kennen, als jedes andere Kind in seinem Alter gelernt hätte.

Letzendlich stellte sich nur die Frage, was er mit seinem Leben anfangen solle. Omjaidrech von Tuzak hatte bereits einen leiblichen Sohn, der einmal sein Geschäft übernehmen sollte. Selbstverständlich hätte er einfach den Beruf des Händlers ergreifen können, um selbst ein Geschäft aufzubauen, viel mehr träumte Tunajaar allerdings davon Ritter zu werden, Drachen zu bekämpfen und Jungfrauen zu retten. Natürlich fehlte ihm der nötige Adelsstand, um als Knappe an den Hof eines Ritters zu gehen – einmal abgesehen davon, dass das Rittertum von seinem Adoptivvater als verstaubt und veraltet abgetan wurde – oder auch nur um an einer der zahlreichen Kriegerakademien aufgenommen zu werden. Selbstverständlich hätte er einfach in die mittelreichische Armee eintreten, oder sich einigen Söldnern anschließen können, doch das war ihm nicht genug. Er wollte nicht nur lernen, zu kämpfen, sondern darüberhinaus den Ehrenkodex eines echten Kämpfers kennen- und achtenlernen. Schon zu dieser Zeit, fühlte er sich anderen überlegen und zu Höherem bestimmt. Eine Lösung gab es dennoch: Omjaidrech empfahl Tunajaar dem Schwertmeister Hirmaijian von Sinoda, dessen Vater der Onkel von Omjaidrechs Ehefrau war. Dieser nahm Aljajin unter seine Fittiche und verprach, ihm in der Kunst des Schwertfechtens im Busker-Stil auszubilden. So verließ Aljajin seine Familie mit neun Jahren und begab sich in die lange und kräftezehrende Ausbildung zum Schwertgesellen.

Nachdem er zwölf Jahre lang unter Hirmaijian von Sinoda gelernt hatte, was es bedeutete ein wahrer und vollkommener Kämpfer zu werden, hatte sich sein Bild von der Welt stark verändert. Er war weitischtiger, wissbegieriger, und erwachsen geworden. Er hatte sein Lebensziel vor Augen und wusste genau, was er mit seiner Zukunft anzufangen hatte. Nachdem er feierlich in den Rang eines Schwertgesellen erhoben worden war, erhielt er seinen Siegelring, der ihn noch heute als selbigen auszeichnet. Als solcher kehrte er endlich wieder zu seiner Familie zurück. Seine Adoptivmutter war in der Zwischenzeit bei einem Unfall verstorben, doch sein Adoptivvater, der im hohen Alter weicher und zartfühlender geworden war, nahm ihn wohlwollend wieder in sein Haus auf und setzte ihn als Leibwächter für bedeutende Geschäftspartner oder Verwalter ein.

Etwa ein Jahr lang kam Aljajin seinen Pflichten nach und ließ es sich gut gehen, doch dann packte ihn die Reiselust. Er betrachtete seine Ausbildung noch lange nicht als abgeschlossen, sondern wollte nach höherem Können streben, um die Schwertkunst zu perfektionieren. Er packte seine sieben Sachen, verließ Omjaidrech von Tuzak mit dem Versprechen, das Lehrgeld und alles, was er ihm sonst noch schulde, bis auf den letzten Kreuzer zurückzuzahlen oder andersweitig zu vergelten, wenn er erst Ruhm und Reichtum angehäuft hätte und brach auf seine nie enden wollende Reise auf.

Die folgenden sechs Götterläufe verbrachte er damit, durch Aventurien zu ziehen, seine Fertigkeiten mit dem Tuzakmesser zu verbessern, Kontakte zu anderen Schwertgesellenund Schulen zu knüpfen und sich einen Namen zu machen. Er lernte die Welt näher kennen, als er es zuvor nur aus Büchern und Erzählungen seiner Lehrmeister kannte, bestieg die hächsten Gipfel, fuhr über die tiefsten Ozeane, schleppte sich durch das ewige Eis und die sengende Khom, rang der Welt tiefgreifende Erkenntisse über das Leben ab und kam der Vereinigung mit dem Sein selbst einige Schritte näher. Insbesondere machte er sich einen Namen, als er damit begann, die großen Waffenmeister Aventuriens zum Duell zu fordern. Sein erster Zweikampf gegen Enzo Commante, den von den Gebrüdern Adersin lizensierten Schwertmeister und Lehrer des gleichnamigen Stils, endete in einer raschen Niederlage, die auf Aljajins Überheblickeit seinem deutlich überlegenen Gegner gegenüber zurückzuführen war. Beim zweiten Aufeinandertreffen der beiden Kämpfer unterlag er erneut und zog sich eine lebensbedrohliche Wunde zu, entkam Golgari aber mit letzter Kraft und warf sich, als er wieder genesen war, Enzo erneut entgegen. Den dritten Kampf brach Enzo vorzeitig ab, weil er Aljajins Potential erkannte und die Meinung vertrat, dass sie sich nicht womöglich bis zum Tode bekämpfen müssten. Aljajin reichte dieses offizielle Eingeständnis seines Könnens aus und er verbuchte es für sich selbst als ‚Sieg über den Schwertmeister Enzo Commante‘.

In den folgenden Jahren forderte Aljajin noch weitere Meister der Waffenkunst heraus, darunter Rafim al-Halan, den er trotzt – oder gerade wegen – seines hohen Alters nicht zu bezwingen vermochte und Quedora ya Moco, die Schülerin von Essalio Fedorino, der er bereits nach drei Hieben, die Spitze seiner Waffe auf die Brust setzen konnte. Obwohl diese Taten Außenstehenden wohl nie wirklich zu Ohren kamen – immerhin war er in den Augen der meisten Leute nichts weiter als eine umherstreunender und herrenloser Kämpfer ohne jedes Ziel im Leben – machte er in gewissen Kreisen doch auf sich aufmersam. Er nahm kleinere Aufträge entgegen, bettelte und lebte von den Spenden der Tempel, um über die Runden zu kommen. Wenn er niemanden fand, der ihm kostenlos ein Zimmer oder auch nur einen Platz auf dem Flur oder in der Scheune überließ, nächtigte er auf der Straße, kauerte sich in seinen Mantel und nutzte die widrigen Umstände, um sich in Geduld, Zähigkeit und Disziplin zu üben.

Er besaß nie viel mehr, als die Kleidung, die er am Leibe trug, seine Waffen, seine Rüstung und ein paar persönliche Dinge, die er in einer zerschlissenen Tasche mit sich führte. Er wusch sich selten, sah höchstens einmal im Monat eine Strohmatratze, geschweige denn ein richtiges Bett und machte nur jedes halbe Jahr von seinem Schwert gebrauch, um sich die Haare zu kürzen. Kurzum: Er führte eher das Leben eines Bettlers, als das eines großen Kriegers. Aus Aljajins Sicht allerdings, war dieses Leben der beste Weg, wahre Erkenntnisse über das Leben und das Schwert zu erlangen und vielleicht die Erleuchtung zu finden, nach der er so lange gesucht hatte.

Erst im Jahre 1016 nach Bosparans Fall, als er nach einer schweren Verwundung fiebernd auf dem Stohlager einer gutherzigen Bauernfamilie lag und sein Gefühl für Zeit und Raum verlor, kam ihm ein Geistesblitz. Es gehörte zu seinem Lebensziel mehr dazu, als nur reich und berühmt zu werden und den Weg des Schwertes zu meistern. Vor allem ging es darum, eine Frau zu finden, eine Familie zu gründen und Namen und Ruf an Söhne weiterzugeben. Obgleich er wusste, dass die Bauern nicht verstanden, was ihm widerfahren war, beschenkte er sie reichlich, dankte ihnen für ihren Großmut und machte sich auf den Weg zu einem neuen Lebensabschnitt.

Er führte fortan nicht mehr nur das Leben eines Landstreichers. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, putzte er sich heraus, legte teure Kleidung an und besuchte Turniere, Feste und Empfänge, immer in der Hoffnung eine Frau fürs Leben zu finden. Außer Frage stand natürlich, dass es nicht einfach die Tochter eines erfolgreichen Großhändlers sein durfte, sondern mindestens eine junge Frau aus dem niederen Adel. Immerhin war auch er nicht irgendjemand, sondern Aljajin Tunajaar – und wer noch nicht von ihm gehört hatte, musste wohl taub sein, oder aber mit gewaltiger Ignoranz gesegnet.

Zwar war sein Vorhaben nicht so bald von Erfolg gekrönt, wie er erwartet hatte, aber den Mut verlor er nicht und so führte ihn sein Weg durch die großen Städte und Paläste des Mittelreiches. Vermutlich würde Aljajin das immer noch tun, wäre da nicht dieser eine Tag im Jahre 1017 nach Bosporans Fall gewesen, der sein Leben für immer verändern und einen herben Schicksalsschlag für ihn bedeuten sollte…

In einer billigen Schenke in Selem, durch welches er eigentlich nur durchreisen wollte, traf er auf eine bildhübsche junge Frau, die ihm sofort ins Auge fiel. Mit einduetig erkennbaren Absichten gesellte er sich an ihren Tisch und verwickelte sie in ein Gespräch – so dachte Aljajin zumindest. In Wirklichkeit, wickelte die Frau, die sich als Soranya vorstellte, ihn um den Finger. Wie er im Nachhinein erfuhr war sie eine stadtbekannte Hexe, die vor erst vor kurzer Zeit in das städtische Geisterhaus – die verlassene Villa eines verstorbenen Magiers – eingezogen war. Was nachfolgend an diesem Abend geschah, entog sich für immer Aljajins Gedächtnis und wurde von einem unheimlichen roten Wabern verdrängt. Sicher ist nur, dass er am nächsten Morgen mit schmerzendem Leib, verrückter Kleidung, völlig erschöpft und bar jeglichen Bargeldes im schlammigen Straßengraben lag. Zornig und gedemütigt stapfte er zu besagter Villa, um mit der Hausherrin ein paar ernste Worte zu wechseln und zu erfahren, was in der Nacht geschehen sei. Bevor er jedoch seiner Erregung Luft machen konnte, wurde er von wüsten Beschimpfungen begrüßt und von einem starkätzenden Geschoss am Bein getroffen, das darüberhinaus auch noch einen kadavergleichen Gestank verstömte, sodass Aljajin zusammenbrach. Einige Augenblicke später gaben seine Augen ihren Dienst auf und er vermeinte schon Golgaris Schwingen zu hören, was er nur durch ein wildes herumfuchteln mit seinem Schwert meinte verhindern zu können, doch es geschah nichts weiter. Erst nach Stunden kam seine Sehkraft zurück, als er bereits erschöpft an eine Hausecke gesunken war und von Schaulustigen umringt. Schnell erkante er, dass hier weder Sieg noch Ruhm zu erlangen waren und so machte er sich – geschwächt wie er war – auf die Weiterreise. Ein paar Tage später spürte er einen leicht kratzenden Schmerz auf der Brust und als er sich dort nach Wunden untersuchte entdeckte er eine Tötowierung in Form einer fauchenden Katze…

Lebensziel und Motivation:

An oberster Stelle im Leben steht für Aljajin sein Schwert und der Weg des selbigen. Er wünscht sich, seinen selbst kreierten Kampfstil zu perfektionieren, bekanntzumachen und an einer eigenen Schule zu unterrichten. Darüberhinaus strebt er danach, endlich den – ihm seiner Meinung nach zustehenden – Adelstitel zu ergattern, mit welchen Mitteln auch immer. Ferner wurden diese beiden langfristigen und prägenden Ziele von einem kurzfristigeren in den Hintergrund gedrängt. Nach jahrelanger Einsamkeit begehrt es ihn nun nach der Nähe zu einer Frau – seiner Frau. Um damit auch seinen Aufstieg in den Adelsstand zu verbinden, sucht er sein zukünftiges Weib in ensprechenden Kreisen. Sollte er tatsächlich einmal eine finden, will er natürlich möglichst bald eine Familie gründen und seinen Kindern einmal ein gewaltiges Erbe hinterlassen.

Tagebuchauszüge
Sieg über Enzo Commante