Phex Kinder

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Den Bären schießen

Von Merdarion am 12. Januar 2016

Wildermark

Grafenschloss Zweimühlen in Adhemars Zimmer, am 05. Tsa 1032
Die Wut, welche Adhemar unten an der Tafel bei Durchforstung von Ilmariels Aufzeichnungen überkam und ihn dazu brachte danach schweigend mit einem Humpen Bier auf sein Zimmer zu gehen, war inzwischen gewichen und blanker Frust hatte seinen Platz eingenommen. Auch stand kein Mühlenbräu mehr vor ihm auf dem Tisch, sondern Brachfelder Bärenbiss, ein Weidener Rübenschnaps.
Wie konnte er sich nur dermaßen in einer Person geirrt haben? Was dieser kleine Halunke wohl noch hinter seinem- oder den Rücken der anderen getrieben hatte, fragte sich Adhemar und schenkte nach. In einem Schluck leerte er das kleine Tongefäß und atmete die Schärfe aus. Mittlerweile war mehr als die Hälfte aus dem Krug seinen Hals hinunter geflossen und ein warmes Kribbeln durchzog langsam seinen Körper.

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Zweimühlen trägt schwarz

Von Keldric am 09. Januar 2016

Wildermark

„Der große Held von Zweimühlen“

Zweimühlen, am Abend des 3. Tsa 1032 BF
„Ich hab‘ gehört, die Vier sind so ‘nem verfluchten Nekromanten hinter. Ein ganzes Untotenheer soll der aufgestellt haben, wollt‘ wohl den verdammten Nekrorius rächen.“ Sein Nebenmann nickte bekräftigend. „Den Zwölfen sei Dank, ham die den und seine Knöchernen zum Namenlosen gejagt, bevor die unser Zweimühlchen erreicht ham.“
Der junge Mann vom Nachbartisch zog seinen Hocker heran und setzt sich zu den beiden angetrunkenen Schmiedegesellen an den Tisch. „Schade um den Ilmariel, Boron hab ihn selig. Hätt‘ ich dem gar nicht zugetraut! Aber der alte Perin, mein Nachbar dem sein Bruder, der hat am Tor gehört, dass der dem Hexer wutentbrannt entgegen gestürmt ist, so als ob die Rondra selbst in den gefahr‘n wär. Und die andern alle ihm hinterher. Bis in die Niederhöllen ham die den gejagt, ich sach‘s dir. Und hätt‘ der Stadtmeister sich nicht geopfert, da hätt’n wir hier den nächsten Necrorius. Der hatte sich nämlich schon unser Zweimühlen ausgeguckt. Frag mal die Ganstreu!“
Der Mann haute mit der Faust auf den Tisch. „Noch einen letzten aufn Stadtmeister! Wenn der und die andern nicht gewesen wär’n ….“ „Aufn Stadtmeister!“ „Prost!“ Der junge Mann klopfte seinen Tischnachbarn zum Abschied kameradschaftlich auf die Schultern und torkelte aus der Schänke. Kaum drei Schritte aus der Taverne hinausgegangen, verfestigte sich der Schritt des Tobriers. Eiligen Schrittes verschwand er in den Gassen.

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Puppenspiele

Von Keldric am 30. Dezember 2015

Wildermark

Prolog

Im Praios 1032 BF
Lucardus lehnte sich faul gegen den Stamm des knorrigen Baums und sah Frankwart Ebersin und Kuno Perting beim Graben zu. Nach einer halben Stunde fleißigen Tuns, warfen seine beiden Landsmänner die Schaufeln beiseite. „Herr, ich glaub‘, wir ham da was.“ Lucardus sprang neugierig auf und eilte zu ihnen. Wie es Gilborns in Erinnerung hatte, war dort die Geldkassette vergraben. Hoffentlich war der Söldner sparsam gewesen. „Worauf wartet ihr? Brecht es auf!“
Einer zweiten Einladung bedurfte es nicht. Zwei kräftige Hiebe mit dem Spaten später, blickten die drei auf Gilborns Schatz. Grob überschlagen dürfte es ein paar Hundert Dukaten sein – enttäuschend. Lucardus hatte sich mehr erhofft. Er brauchte mehr.
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Grabrede für einen Geweihten

Von Luthien am 13. November 2015

Wildermark

Boronanger zu Zweimühlen, 29. Boron 1032 BF
Ilmariel trat schweren Schrittes vor die trauernde Menge und löste Mutter Gastreu ab. Er wandte sich den Wartenden zu und zögerte einen Moment, als wisse er nicht recht, wie er beginnen solle. Daher legte er seine Rechte auf den frischen Grabstein, um Mut zu fassen. Ihn zierten das Symbol Ingerimms, der Namenszug des Verblichenen und eine kurze Widmung. Am Fuße des Steines war die Erde aufgewühlt und bildete einen kleinen Hügel. Irgendwo darunter lagen die Gebeine des größten Schmiedes, den Zweimühlen je gesehen hatte. Tränen standen in seinen Augen, als Ilmariel endlich begann. Sie waren gestellt, doch die Trauer war echt.

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Brief an Raulbrin von Rallerspfort

Von Merdarion am 26. Oktober 2015

Wildermark

Euer Hochgeboren, mein getreuer Bruder,
Ich hoffe Ihr seid wohl auf und die alltäglichen Geschäfte verlangen Euch nicht all zu viel ab.
Zu gern würde ich Euch wieder einmal besuchen und die Mauern der Feste mit meinen eigenen Händen berühren, doch das Leben hier in der Wildermark bezieht meine Person mehr ein, als ich es anfangs vermutet hatte. Die Menschen in dieser Region benötigen eine starke Führhand und die jüngsten Erfolge zeigen, dass unser so genanntes „Quadrumvirat“ gute Arbeit in der Hinsicht leistet. Zweimühlen erstrahlt fast wieder wie zu seinen besten Zeiten, tagtäglich zieht es mehr Menschen in die Stadt. Mittlerweile haben sich 4 Geweihte verschiedener Götter hier niedergelassen, der Handel floriert und das Stadtbild wird von Tag zu Tag ansehnlicher, lediglich die Gefahren bleiben. Daher verwundert es Euch vermutlich auch nicht, dass Answin der Jüngere von Rabenmund, welcher sich selbst als Fürst von Darpatien bezeichnet, persönlich nach Zweimühlen reiste, um uns einen Vorschlag zu unterbreiten. Er möchte die Wildermark befrieden und sucht daher Verbündete, welche sich seiner Sache anschließen.

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Verrat

Von Luthien am 22. Oktober 2015

Wildermark

Grafenschloss zu Zweimühlen, Nacht auf den 18. Travia 1032 BF
Verrat! Verrat an der höchsten Herrin und ihrer kaiserlichen Majestät! Solch Verwerfliches erwägen und sich nicht vom nächsten Turme stürzen. Ilmariel bedenkt das Angebot des Fürsten von Darpatien. Und zu bedenken ist vieles. Er liegt auf seinem Bett, mit offenen Lidern. Die Augen zur Decke hin gerichtet und lässt sich umgarnen, von der Dunkelheit, von den Worten des Fürsten. Diese hallen nach in seinen Gedanken. Kein Schlaf stellt sich ein in dieser Nacht; zu geregt sein Denken, zu groß die Zweifel. Zu viel des Haderns.

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Brief an Aldoron von Wutzenwald

Von Luthien am 22. Oktober 2015

Wildermark

Euer Hochgeboren,
im Namen der Zwölfe entbiete ich Euch meinen Gruß. Euer Ruhm eilt Euch weit voraus. Wutzenwald kann sich glücklich schätzen, Euch seinen Herren nennen zu dürfen, denn nur selten findet sich in der Mark ein solch achtbarer und rechtschaffener Mann wie Ihr es seid. Inbrünstig bete ich dafür, dass andere eurem erhabenen Beispiel folgen.

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Gesuch an Celesto Custodias

Von Keldric am 11. Oktober 2015

Wildermark

Eurer Exzellenz,
vorab sei vorausgeschickt, es missfällt mir zutiefst meine Angelegenheit zu den Euren machen zu müssen. Wäre die niederhöllischen Auswüchse nicht so verheerend, ich würde gewiss darauf verzichten. Ich will schnell zum Punkt kommen: Zweimühlen braucht Eure und die des Götterfürstens Beistand. Der Stadt droht zu den kommenden Namenlosen Tagen ein erneuter Angriff aus dem Reich der zwölfmal verfluchten Präzentorin der Heulenden Finsternis.

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Der Unterhändler

Von Wulf am 05. Oktober 2015

Wildermark

Wutzenwald, 07. Travia 1032 BF
Es regnete und die erste Winterkälte zog durch die Gänge und Kammern der Fluchtburg, als sich seine Hochgeboren Aldoron von Wutzenwald von seinem Platz in der großen Halle erhob und auf den Weg zu seinem Schlafgemach begab. Eldrid, die junge Magd, die herbeieilte, um den Tisch abzuräumen, wünschte ihm eine gesegnete Nachtruhe, ehe er aus der Tür hinaus war, den Gang entlang schritt und die Treppe in das Obergeschoss erklomm.

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Das Erntefest zu Zweimühlen

Von Luthien am 28. August 2015

Wildermark

Zweimühlen, ein Nachmittag Ende Efferd 1032 BF
„Nein, nein, nein!“, herrschte Ilmariel den Burschen an. Der Zornausbruch war gespielt, aber der Unmut über die Leistung des jungen Mannes war echt. „Adhemar ist ein Held, verdammt! Er hat gerade den größten Feind bezwungen, den Zweimühlen jemals hatte und du lässt ihn klingen, als sei er überrascht, Necrorius‘ getötet zu haben. Nochmal!“ Mit einer wedelnden Handbewegung scheuchte er die Schausteller wieder auf ihre Plätze.

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