Phex Kinder

Seiten

All jenes, was im Jahre 1030 nach Bosparans Fall geschehen ist.

Schleier des Vergessens

Von Keldric am 18. Juli 2014

Garetien

Im Hotel zu Eslamsgrund am 3. Rahja 1030 BF
Das Klopfen an der Tür weckte Lucardus aus seinem Nachmittagsschläfchen; er hatte gedöst und war auf dem breiten Himmelbett eingeschlafen. Lucardus warf sich einen Schlafrock über und ließ den Hausdiener in seine Hotelsuite eintreten. Der Schwarzmagier hatte befohlen, ihm pünktlich zur Boronstunde Elwene auf sein Zimmer zu geleiten. Er hatte sie ebenfalls hier in seinem Hotel einquartiert. Das Mädchen blickte Lucardus, der gemessen an seiner Größe genauso gut ihr Altersgenosse hätte sein können, mit geröteten Augen an. Sie hat geweint, wieder einmal. Lucardus entließ den Diener und wies Elwene an, erneut auf dem gepolsterten Prunksessel Platz zu nehmen. Sie verstand nicht, was vor sich ging. Der Magier hatte nicht viel zur Aufklärung beigetragen. Er hatte seinem Forschungsobjekt lediglich verkündet, er würde all die schrecklichen Gedanken aus ihrem Kopf bannen. Mehr Erklärung war aus seiner Sicht allenfalls Zeitverschwendung. Sie musste nicht wissen, was passierte; sie musste nur wissen, dass er ihr geholfen hatte.

(mehr …)

Vor Gericht in der Traviamark

Von Wulf am 16. Juli 2014

Garetien

Markgrafschaft Traviamark, Rahja 1030 BF. Roderick von Rabenmund, der Oberster Gerichtsherr der Traviamark und Landvogt von Dettenhofen hat mehrere Räuber, die in der Traviamark aufgegriffen wurden verurteilt. All jene, die mit den Heptarchen in Verbindung standen oder denen man götterlästerliche Taten vorwarf, wurden zum Tode verurteilt. Andere wurden der Gnade zu Teil als Rekrut einen Strafdienst für die Markgrafschaft von fünf Jahren zu versehen. Nach dieser Zeit wird ein abermals ein Gericht über sie urteilen, ob sie durch mutigen Dienst für die Traviamark sich von ihrer Schuld reinwaschen konnten und nach fünf weiteren Jahren als freie Männer gelten können. Manch ein Gänseritter war über dieses Urteil nicht sonderlich erfreut, finden sich doch auch Fahnenflüchtige und Maraskaner unter den Verurteilten.

Zwischen Eslamsgrund und Gareth

Von Merdarion am 08. Juli 2014

Garetien

Anfang Rahja 1030 BF
Der Frühling auf Dere war fast zu Ende: Die Obstplantagen außerhalb Gareths verloren ihre letzten Blüten und das bunte Treiben der Natur wich langsam dem satten und gesunden Grün. Die sprießenden Blumen am Wegesrand erfüllten die Gegend mit einem lieblichen Duft und die Ähren bildeten ein goldgrünes Meer, welches sich weit über das Land erstreckte. Eine warme Brise wehte Adhemar und seinem Ross entgegen, während das Hellblau am Himmel viel Platz für die wohltuenden Sonnenstrahlen ließ. Seit dem Frühjahrsturnier war er das erste Mal wieder bei guter Laune. Er hatte sich die Stiefel ausgezogen und ließ seine Füße vom Pferd baumeln, wo das hohe Gras ihn streifte und leicht an der Unterseite kitzelte. Adhemar kramte noch einmal den Brief seines Bruders heraus und las ihn sich voller Stolz durch. Hoffentlich würde Raulbrin seiner Bitte nachkommen und seine Gefährten ebenfalls begrüßen, mittlerweile konnte Adhemar die Truppe gut leiden und sie aus voller Überzeugung „Freunde“ nennen – zumindest von seiner Seite aus. Dass Herr von Rabenmund ihm „um ihre Kameradschaft willen“ beim Turnier ehrliche Worte zukommen ließ, bestätigte ihn genauso in der Annahme, dass es anders herum wohl auch der Fall sein musste, wie die Worte von Lucardus‘, welche er über seinen Geburtstag verlor. Adhemar lehnte sich nach Vorne und tätschelte den Hals des Pferdes. Obwohl dies vielleicht für eine sehr lange Zeit der letzte Ritt auf Graf Falber sein würde, genoss er ihn in vollen Zügen und ließ sich nicht einmal von der Dämonenbrache trüben, welche langsam am Horizont auftauchte. Gareth war nicht mehr weit und Adhemar freute sich auf das, was er dort erledigen wollte. Sein Pferd würde – wenn alles klappen sollte – die beste Ausbildung zu einem Streitross erhalten, die man sich nur wünschen konnte und er selbst würde noch einige Tage bei der Lanze verweilen, um sich mit seinen alten Kameraden ein wenig im Kampfe zu üben.

(mehr …)

Brief von Raulbrin von Rallerspfort

Von Wulf am 07. Juli 2014

Reichsforst

Bruder,
du hast mir oft versprochen, dass ich dich nur benachrichtigen muss, wenn ich deine Hilfe benötige. Firunshardt von Böckelburg hat mir von deiner Heldentat in Appelhof erzählt. Die Götter gehen teils erstaunliche Wege. Hättest du dich einfach auf dem Ross bewährt, hätte mich dies nicht überrascht. Aber dein Phexensstück tat es! Ich bin stolz auf dich. Und ich bitte dich, zu mir zu kommen, denn du würdest viele Vorzüge in meine baldigen Unternehmungen bringen. Deine rondragefälligen Fähigkeiten werden ebenso wie deine neuentdeckten phexgefälligen benötigt. Deinen Ruf können wir uns dabei genauso zu Nutze machen, wie dem Umstand, dass dein Gesicht in der Baronie nicht so bekannt ist, auch wenn uns die Götter ein ähnliches Gesicht gegeben haben. Aber da finden wir sicherlich geeignete Möglichkeiten.

Ich bitte dich, dass du mit verdecktem Schild und ohne viel Aufsehen Mitte Rahja zu Burg Pfortenstein kommst. Mehr kann ich dir in diesem Brief leider nicht mitteilen.

Dein Bruder

Raulbrin von Rallerspfort
Geschrieben am neunten Ingerimm 1030 nach Bosparans Fall

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Siebenter Tag

Von Wulf am 23. Juni 2014

« Sechster Tag

Garetien

Beim Turnierplatz vor Eslamsgrund, nach der Buhurte am 7. Ingerimm
Kedia von Sturmfels beobachtete mit Bewunderung und etwas Neid die Ehrung der zwei Kaiser. Männer mit großen Namen standen auf dem Großen Turnierplatz. Alrik vom Blautann, der sich nach seinem großen Pech im Duell gegen Gwain von Harmamund in der Buhurte bewähren konnte. Aber auch Gwain hatte es bis hier her geschafft. Aber auch weniger Bekannte wie Xandros von Rabenmund waren darunter. Sie selbst hatte es nicht bis dorthin geschafft. Aber damit hatte sie auch nicht gerechnet. Sie hatte mehr gewonnen als verloren, dass reichte ihr. Vor allem würde es ihre Geldbörse für einige Zeit etwas füllen. Trotzdem… insgeheim hatte sie gehofft, der Kaiserin so nahe sein zu können, wie die Zwölf geehrten. Jetzt hatte sie wieder etwas Zeit, bevor mit der Heimesnacht ein weiteres Turnier in Eslamsgrund anstand. Damit hatte sie dieses Jahr Glück, denn die Alternative gegen die Lanzerinnen in Ferdok anzutreten, war nicht berauschend, hatten diese doch bisher nur einmal im Gestampfe gegen die fahrenden Ritter verloren. Selbst im Eilritt hätte sie es nicht in zwei Tagen von Eslamsgrund nach Ferdok geschafft. So war ihr die Wahl leichtgefallen. Danach hätte sie nur noch das Kaiserturnier in Gareth, um genug Gold zusammenzubekommen, um eine Chance im Kampf um ihren Geliebten zu haben. Nicht zum ersten mal sah die Ritterin Tristam von Rabendmund, den grandiosen Jäger von Natterstein. Vielleicht sollte sie ihn um Hilfe bitten und wenn es nur ein paar Ratschläge für die Jagd waren.

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Sechster Tag

Von Keldric am 19. Juni 2014

« Dritter TagSiebenter Tag »

Garetien

Beim Turnierplatz vor Eslamsgrund, am 6. Ingerimm
Der Tralloper Riesen scharte unruhig mit seinen Hufen im Sand, seine Nüstern blähten sich aufgeregt auf. Ungeduldig schlug der junge Hengst den Kopf von einer zur anderen Seite, er sträubte sich noch immer gegen die Zügel und Jarlbach tat sich schwer daran, sein wütendes Kriegspferd im Zaum zu halten. Der Hengst ließ sich nicht beruhigen, ungestüm stampfte er mit den Hufen und drehte sich um die Hinterhand. Dann gab Jarlbach seinem Tier die Sporen und der Tralloper Riese stieß sich mit den Hinterbeinen ab und preschte, wie von Dämonen gehetzt, aus der Drehung hervor.
Die Erde bebte als die beiden Kriegspferde aufeinander zu galoppierten. Jarlbach senkte seine Lanze, einen Moment später stieß die Spitze mit aller Wucht auf den geschützten Hals seines Gegners. In einem lauten Knall zerbarst das Holz der Lanze. Sein Kontrahent riss es aus dem Sattel. Sein Fuß unglücklich im Steigbügel verkeilt, schleifte sein Pferd ihn noch hinter sich her. Tosender Beifall brandete auf. Jarlbach warf den Stiel seiner geborstenen Lanze in den Sand und drehte seine Ehrenrunde an der Tribüne der Kaiserin vorbei.

(mehr …)

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Dritter Tag

Von Wulf am 14. Juni 2014

« Zweiter TagSechster Tag »

Garetien

Schloss Gerbaldsberg, frühe Abendstunde des 3. Ingerimm
Kedia von Sturmfels war wie alle auf dem Turnier anwesenden garetische Adlige zum großen Adelsbankett auf dem Gerbaldsberg eingeladen. Diese Pfalz der Kaiserin hatte sie schon von außen beeindruckend. Als sie die vielen Adligen sah, wollte sie gar nicht mehr wissen, welches Vermögen die Bewirtung kosten musste. Noch war allerdings nichts aufgetischt und die Kaiserin nicht anwesend. So saß sie geduldig an ihrem Platz ganz weit außen, wo all die landlosen Ritter und Adlige zusammensaßen. Um der Kaiserin nahe zu sein, musste man bedeutender sein. Ihre Gedanken flogen wieder zu dem Festbankett von Barnhelm von Rabendmund vor einem halben Monat. Sie hatte sich beherrschen und vielleicht auch etwas weniger trinken sollen. Ihr Gesicht wurde wieder rot, als sie daran dachte, wie sie aufgesprungen war und von Marbos eine Entscheidung verlangte, wen er sein Herz schenken wollte. Diese vielen Blicke waren ihr sehr unangenehm gewesen. Sie hatte einige Kämpfe und Turniere hinter sich, aber das höfische Leben kam ihr wie der eigentlich schwere Kampf vor. Intrigen und Verlogenheit lagen ihr nicht. Und warum hatte sich Marbos nicht entscheiden können? Stattdessen hatte er seine Wahl von dem Ausgang einer firungefälligen und ritterlichen Jagd abhängig gemacht. Aber wie sollte sie diesen Wettbewerb ohne Mittel für Jagdhelfer gewinnen? Ihre Verwandten in der Traviamark hatten sich nicht bereiterklärt, sie zu unterstützen.

(mehr …)

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Zweiter Tag

Von Wulf am 10. Juni 2014

« Erster Tag IIDritter Tag »

Garetien

Auf der Tribüne von Kaiserin Rohaja, am 2. Ingerimm
Alrik vom Blautann und vom Berg beobachtete den Kampf auf dem Großen Turnierplatz. Er stand direkt hinter der Kaiserin, obwohl er auch einen Panthergardisten zum Schutz hätte abstellen können. Aber von hier aus hatte er den besten Blick auf dem Kampfplatz. Und den brauchte er auch, da gerade Gwain Isonzo von Harmamund auf dem Platz hoch zu Ross gegen einen Garetier focht. Dieser Stadtvogt von Omlad, der bevorzugte Heerführer und Marschall von Selindian Hal würde früher oder später sein Gegner auf diesem Turnier sein. Alrik hatte schon viele Turniere gewonnen und er würde für die Kaiserin wie immer sein bestes geben. „Aber bitte Rondra, steh mir bei. Ich fürchte keinen Gegner und kein Schmerz. Aber bitte, verhindere, dass schon wieder eine Klinge zerbricht“, dachte der Oberst der Löwengarde. Hasste ihn Ingerimm so sehr? Er beobachtete die Bewegungen von Gwain genau. Sein baldiger Gegner war gut 20 Jahre älter, aber trotzdem ernstzunehmen. Nicht umsonst diente der begnadigte Answinist Selindian in einem so hohen Amt. Er würde den aktuellen Kampf gewinnen, diese Einsicht hatte Alrik schnell bekommen. Dies traf wohl auch auf die Kaiserin zu, die ihren Kopf zum Markgrafen Rondrigan Paligan gewendet hatte. Der Garetier auf dem Großen Turnierplatz würde mit Sicherheit nicht zu den am Ende des Turniers besonders geehrten zwölf Rittern gehören.

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Erster Tag II

Von Wulf am 10. Juni 2014

« Erster Tag IZweiter Tag »

Garetien

Auf dem Turnierplatz vor Eslamsgrund, am Morgen des 1. Ingerimm
Jaakon von Turjeleff, der Meister des Bundes der Senne Mittellande schritt stolz auf den Großen Turnierplatz. Die Farben Garetiens auf der einen Seite des Platzes, die Farben Almadas auf der anderen. Die Morgensonne tauchte alles in ein erhabenes Licht und man meinte die rondragefällige Ritterlichkeit fast zu riechen. Aber der Schein trog. Zwei verschiedene Kaiser saßen sich gegenüber und blickten auf ihn, während er auf die Stelle genau zwischen ihnen zuhielt. Am liebsten hätte er sich aus diesen politischen Spielen herausgehalten. Aber Jammern half nicht. So hatte er darauf achten müssen weder dem Kaiser noch der Kaiserin näher zu sein, als er auf den Platz ging. Genauso dürfte er keinem der beiden Näher stehen, wenn er in der Mitte angekommen wäre. Jeder hätte es als ein Zuwenden der Rondrianer zu einer Seite verstanden. Er schaute weder in die eine Richtung noch die andere. Bloß keine Anzeichen geben, die falsch gedeutet werden konnten! Er war Sennenmeister von Garetien und Almada. Aber aus den Augenwinkeln sah er so viele Gerüstete, deren Wehr im Morgenlicht funkelte. So viele! Und ein großer Teil seiner Senne war verloren, teilweise von Ketzern wie in Warunk besetzt. Er zog seinen Rondrakamm und hielt ihn in die Höhe. Er hörte wie es die Turnierteilnehmer es ihm gleichtaten. Er segnete mit kraftvoller Stimme das Turnier und schwor die Kämpfenden darauf mit reinem Herzen und auf eine der Göttin gefällige Weise die Schwerter zu kreuzen. Als er geendet hatte erklang ein lauter Fanfarenschall, der das Turnier eröffnete.

(mehr …)

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Erster Tag I

Von Keldric am 10. Juni 2014

Erster Tag II »

Garetien

Beim Turnierplatz vor der Eröffnung, am 1. Ingerimm
Was zierte der Kerl sich so? Warum will er nicht in den Ring steigen?“ Rallerspfort hatte sogar sein Angebot, ihm Helm und Waffe für das Turnier zu stiften, dankend abgelehnt. Lucardus wurde daraus nicht schlau. „Was hat er denn zu verlieren? Nichts! Ihm schlimmsten Fall kassiert er blaue Flecken, das sollte der doch gewöhnt sein“, grübelte er über den Soldaten. Der Schwarzmagier hatte das Angebot nicht ganz ohne Hintergedanken in den Raum geworfen, er gedachte kräftig an den Siegen mitzuverdienen. Ein anderer Teil seiner selbst hatte es schlicht aus Jux und Tollerei getan. Die paar Dukaten, das war ihm der Spaß wert; selbst wenn es in die Hose ging und sein Kombattant glorreich unterging. Außerdem konnte Lucardus diesen Soldaten gut leiden und wollte ihm eine freundschaftliche Geste erweisen. Rallerspfort hatte ihm immerhin aus Dankbarkeit für die magische Behandlung seiner Wunden das Buch „Geheimnisse der magischen Zerstörung“ zur Lektüre geschenkt, das der Soldat aus dem Bestand des schwarzmagischen Kollegen in Appelhof stibitzt hatte. Rallerspfort hatte das Buch ihm gegeben und nicht dem Inquisitor, wie es die übrigen treudummen Schafe getan hatten. Nicht das sie mit dem Buch quitt waren, aber er wusste, das unerwartete Geschenk zu würdigen.

(mehr …)

Weiterblättern »