Phex Kinder

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Mondschatten

Von Luthien am 29. Dezember 2017

Wildermark

Eine Lichtung in einem Wald am Fuße der Trollzacken, Anfang des Jahres 1033 BF
Dunkelheit hatte sich über Aventurien gesenkt, die Praiosscheibe war hinter dem Horizont versunken. Voll stand das Madamal am Himmel und tauchte die ganze Welt in silbriges Licht. Die Sterne drückten sich dahinter in das endlose Schwarz des Firmaments, vollumfänglich überstrahlt vom Licht des Mondes. Die Luft war lau. Der Wind ging in einer leichten Brise und brachte die Blätter der Bäume, die Zweige der Sträucher und die Halme des Grases zum Rascheln. Grillen zirpten; hin und wieder tönte der Ruf einer Eule durch das Gehölz.

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Brief an Baron von Rosshagen

Von Merdarion am 14. Dezember 2017

Wildermark

Euer Hochgeboren von Rosshagen,
auch wenn ich sicher bin, dass euch die frohe Kunde schon erreicht haben wird, möchte ich euch darüber in Kenntnis setzen, dass die Gefahr durch die niederträchtige Kreatur, welche wir unter dem Namen „Finstermann“ kannten, in gemeinsamer Mühe gebannt werden konnte. Ich möchte die Gelegenheit zudem nutzen, um mich im Namen von Zweihmühlen für eure Hilfe im Kampf gegen diese frevlerische Gestalt im vergangenen Jahr zu bedanken und euch dazu einladen, für einige Tage unser Gast zu sein, solltet ihr Interesse an der Geschichte seines Niedergangs haben.

Ich wünsche euch beste Gesundheit und verbleibe hochachtungsvoll,
Adhemar von Rallerspfort

verfasst Anfang Praios 1033 BF

Olbur, Drachentöter

Von Merdarion am 23. Oktober 2017

Wildermark

Zerbissen, geschunden, zerkratzt und verbrannt,
So die Sage von Olbur dem Langen stattfand.
Ein Zwerg so kühn sich zu stellen dem Drachen,
Gar kämpfte weiter als er befand sich im Rachen.
Die Bestie sie tobte und fauchte rastlos,
Doch ließ sie den armen Zwergen nicht los.
Mit strengen Hieben der Zwerg sich erwehrte,
Mal links mal rechts der Hammer den Drachen belehrte.
Die letzte Hoffnung des Ungetums,
Verbrennen er wollt ihn im feurigen Sturm.
Olbur jedoch beflügelt vor Zorn,
Rammt‘ in den Gaumen des Korspießes Sporn.
Der letzte Streich ihn sollt bezwingen,
Halfen die Helden Olbur zu entwinden.
Befreit aus dem Maule, welch’s rot war vor Glut,
Der Zwerg sich vergönnte ein Schluck kochend Blut.
Das Kind ward gerettet und Kornmund befreit,
Die Sage von Olbur tragt in all‘ Ewigkeit.

–Ein Aushang, welcher kurz nach den Geschehnissen um den Höhlendrachen die Stadt Zweimühlen ziert. Des Nachts kann man auch einige Geschichtenerzähler aus den Tavernen hören und selbst im Waisenhaus scheint das Märchen als Schauerspiel vor den Abendstunden die Kinder in ihren Bann zu ziehen, Travia 1033 BF