Phex Kinder

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All jenes, was im Königreich Garetien verortet ist.

Ruhig, Brauner

Von Merdarion am 25. Januar 2016

Garetien

Kurz vor Burg Rudes Schild, 23. Tsa 1032BF
Der kalte Wind wehte Adhemar unaufhöhrlich entgegen und er musste sich regelmäßig mit den mittlerweile steif gefrorenen Handschuhen die Tränen aus dem Gesicht wischen, um noch etwas sehen zu können.
Als seine Sicht wieder etwas klarer wurde, lockerte sich seine grimmige Miene, denn sein Ziel war endlich erreicht: Burg Rudes Schild.
Der einstmalige Hort der Reichsinsignien und jetziger Sitz der Goldenen Lanze stand in voller Pracht auf dem Trullenrück und ließ Adhemar alleine beim Gedanken an den großen Kamin in der Versamlungshalle warm werden. 5 Jahre lang war dies sein Zuhause gewesen und er fragte sich, was sich in den Jahren nach seinem Ausscheiden alles verändert hatte. Hoffentlich war noch ein warmes Mahl und etwas heißes Met zu bekommen, die Verpflegung dürfte bereits stattgefunden haben, dachte er sich und gab dem Pferd die Sporen, um seine Chancen auf einen gefüllten Magen zu vergrößern.

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Planungen eines Pilgerzuges

Von Wulf am 31. Dezember 2014

Garetien

In der alten Residenz in Gareth, Anfang Tsa 1031 BF
Der achtzigjährige Throndwig von Bregelsaum blickte zufrieden auf seine Pflanzen im weitläufigen Park der alten Residenz. Sie waren gut durch den Winter gekommen. „Siehst du, ihnen geht es gut. Ja, ich wusste, dass du dich darüber freust“. Ein Diener war leise herangetreten und räusperte sich nun. Der alte Kautz sprach wieder mit sich selbst, es war nicht das erste Mal, dass sich der Diener über den vormaligen Markgraf zu Warunk wunderte. „Herr, verzeiht mir, aber eure Gäste sind da“.

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Die Folgen eines Phexenstücks

Von Wulf am 23. Dezember 2014

Garetien

Irgendwo in Gareth, Ende Hesinde 1031 BF
Der Gildenrat saß mit ihrem Patriarchen zusammen. Einer stand und berichtete seit einiger Zeit, einen Haufen Blätter vor sich liegend: „… in Anbetracht all dieser Informationen müssen wir davon ausgehen, dass sich seit einiger Zeit ein begnadeter Fälscher in der Stadt befindet, der seine Fähigkeiten einzusetzen weiß. Zurzeit wildert er in unseren Gebieten, ich rege daher an ihn zum Beitritt in die Gilde aufzufordern. Ob der Fähigkeiten rate ich auch an nach einem Ablehnen einen zweiten Überzeugungsversuch zu starten. Im Zweifel sollten wir ihm allerdings seine Schreibhand nehmen und aus der Stadt jagen“. In den Reihen des Gildenrates sah man zustimmendes Nicken. Der Patriarch schaute nachdenklicher: „Über die Bestrafung wird der Rat gegebenenfalls noch einmal abstimmen. Ich hoffe Phex lässt diesen Mann einsichtig sein, dass es für ihn von Vorteil wäre unser Freund zu sein. Kommen wir zum nächsten Punkt“.

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Eine Zwischenbilanz

Von Keldric am 13. Dezember 2014

Garetien

Im Hotel „Handelsherr“, Gareth, 5. Boron 1031 BF
Müde ließ sich Lucardus in einem der freien Séparées in einen gepolsterten Sessel fallen. Erst gestern war er in Gareth angekommen, die strapaziöse Reise saß ihm immer noch tief in den Knochen. Was er jetzt brauchte war ein opulentes Mahl und eine oder auch zwei Amphoren guten Weins. Er nahm einen großen Schluck von dem schweren, süßlichen Rotwein aus dem Horasreich, den ihm der Kellner so vollmundig angepriesen hatte. Er trank einen zweiten Schluck vom „Arivorer Blut“ und machte sich über sein Mahl her. Kein Vergleich zu dem Fraß, den er gelegentlich gezwungen war auf Reisen hinunterzuwürgen. „Ich sollte Ilmariel die Kocherei anempfehlen. Ein paar Dukaten würden ihn sicher anspornen, diesen eklatanten Mangel auszugleichen.“

Ebershag hatte er ziemlich überstürzt verlassen, aus Angst er würde andernfalls in diesem trostlosem Dorf noch sein Winterquartier aufschlagen. Seinen Gefährten hatte er bei ihrem letzten gemeinsamen Frühstück mitgeteilt, wie sehr er es bedauere, aufbrechen zu müssen, aber da könne man nichts machen. Sie wären jedoch herzlich willkommen ihn Anfang Hesinde in Gareth im Hotel „Handelsherr“ anzutreffen. Zwar waren seine Gefährten alles in allem erschreckend einfältige, begriffsstutzige, kleingeistige und selbstherrliche Sturköpfe, die allen Ernstes meinte, die weite Welt hätte nur auf sie und ihre lächerlichen Heldentaten gewartet; aber ihre Gesellschaft hatte sich als äußerst nützlich wie lukrativ erwiesen, so sehr dass er ihre Partnerschaft nicht aufkündigen wollte – auch wenn er zeitweilig etwas Zeit für sich alleine brauchte, um einem drohenden Lagerkoller vorzubeugen. Überhaupt war er überrascht, dass er es so lange mit ihnen und sie auch mit ihm ausgehalten hatten. Beides war keine Selbstverständlichkeit. Fast ein Jahr reiste er bereits mit den drei Männern umher. Der richtige Zeitpunkt, einen Strich unter ihre gemeinsame Zeit zu ziehen und eine Zwischenbilanz aufzustellen.

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Schleier des Vergessens

Von Keldric am 18. Juli 2014

Garetien

Im Hotel zu Eslamsgrund am 3. Rahja 1030 BF
Das Klopfen an der Tür weckte Lucardus aus seinem Nachmittagsschläfchen; er hatte gedöst und war auf dem breiten Himmelbett eingeschlafen. Lucardus warf sich einen Schlafrock über und ließ den Hausdiener in seine Hotelsuite eintreten. Der Schwarzmagier hatte befohlen, ihm pünktlich zur Boronstunde Elwene auf sein Zimmer zu geleiten. Er hatte sie ebenfalls hier in seinem Hotel einquartiert. Das Mädchen blickte Lucardus, der gemessen an seiner Größe genauso gut ihr Altersgenosse hätte sein können, mit geröteten Augen an. Sie hat geweint, wieder einmal. Lucardus entließ den Diener und wies Elwene an, erneut auf dem gepolsterten Prunksessel Platz zu nehmen. Sie verstand nicht, was vor sich ging. Der Magier hatte nicht viel zur Aufklärung beigetragen. Er hatte seinem Forschungsobjekt lediglich verkündet, er würde all die schrecklichen Gedanken aus ihrem Kopf bannen. Mehr Erklärung war aus seiner Sicht allenfalls Zeitverschwendung. Sie musste nicht wissen, was passierte; sie musste nur wissen, dass er ihr geholfen hatte.

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Zwischen Eslamsgrund und Gareth

Von Merdarion am 08. Juli 2014

Garetien

Anfang Rahja 1030 BF
Der Frühling auf Dere war fast zu Ende: Die Obstplantagen außerhalb Gareths verloren ihre letzten Blüten und das bunte Treiben der Natur wich langsam dem satten und gesunden Grün. Die sprießenden Blumen am Wegesrand erfüllten die Gegend mit einem lieblichen Duft und die Ähren bildeten ein goldgrünes Meer, welches sich weit über das Land erstreckte. Eine warme Brise wehte Adhemar und seinem Ross entgegen, während das Hellblau am Himmel viel Platz für die wohltuenden Sonnenstrahlen ließ. Seit dem Frühjahrsturnier war er das erste Mal wieder bei guter Laune. Er hatte sich die Stiefel ausgezogen und ließ seine Füße vom Pferd baumeln, wo das hohe Gras ihn streifte und leicht an der Unterseite kitzelte. Adhemar kramte noch einmal den Brief seines Bruders heraus und las ihn sich voller Stolz durch. Hoffentlich würde Raulbrin seiner Bitte nachkommen und seine Gefährten ebenfalls begrüßen, mittlerweile konnte Adhemar die Truppe gut leiden und sie aus voller Überzeugung „Freunde“ nennen – zumindest von seiner Seite aus. Dass Herr von Rabenmund ihm „um ihre Kameradschaft willen“ beim Turnier ehrliche Worte zukommen ließ, bestätigte ihn genauso in der Annahme, dass es anders herum wohl auch der Fall sein musste, wie die Worte von Lucardus‘, welche er über seinen Geburtstag verlor. Adhemar lehnte sich nach Vorne und tätschelte den Hals des Pferdes. Obwohl dies vielleicht für eine sehr lange Zeit der letzte Ritt auf Graf Falber sein würde, genoss er ihn in vollen Zügen und ließ sich nicht einmal von der Dämonenbrache trüben, welche langsam am Horizont auftauchte. Gareth war nicht mehr weit und Adhemar freute sich auf das, was er dort erledigen wollte. Sein Pferd würde – wenn alles klappen sollte – die beste Ausbildung zu einem Streitross erhalten, die man sich nur wünschen konnte und er selbst würde noch einige Tage bei der Lanze verweilen, um sich mit seinen alten Kameraden ein wenig im Kampfe zu üben.

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Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Siebenter Tag

Von Wulf am 23. Juni 2014

« Sechster Tag

Garetien

Beim Turnierplatz vor Eslamsgrund, nach der Buhurte am 7. Ingerimm
Kedia von Sturmfels beobachtete mit Bewunderung und etwas Neid die Ehrung der zwei Kaiser. Männer mit großen Namen standen auf dem Großen Turnierplatz. Alrik vom Blautann, der sich nach seinem großen Pech im Duell gegen Gwain von Harmamund in der Buhurte bewähren konnte. Aber auch Gwain hatte es bis hier her geschafft. Aber auch weniger Bekannte wie Xandros von Rabenmund waren darunter. Sie selbst hatte es nicht bis dorthin geschafft. Aber damit hatte sie auch nicht gerechnet. Sie hatte mehr gewonnen als verloren, dass reichte ihr. Vor allem würde es ihre Geldbörse für einige Zeit etwas füllen. Trotzdem… insgeheim hatte sie gehofft, der Kaiserin so nahe sein zu können, wie die Zwölf geehrten. Jetzt hatte sie wieder etwas Zeit, bevor mit der Heimesnacht ein weiteres Turnier in Eslamsgrund anstand. Damit hatte sie dieses Jahr Glück, denn die Alternative gegen die Lanzerinnen in Ferdok anzutreten, war nicht berauschend, hatten diese doch bisher nur einmal im Gestampfe gegen die fahrenden Ritter verloren. Selbst im Eilritt hätte sie es nicht in zwei Tagen von Eslamsgrund nach Ferdok geschafft. So war ihr die Wahl leichtgefallen. Danach hätte sie nur noch das Kaiserturnier in Gareth, um genug Gold zusammenzubekommen, um eine Chance im Kampf um ihren Geliebten zu haben. Nicht zum ersten mal sah die Ritterin Tristam von Rabendmund, den grandiosen Jäger von Natterstein. Vielleicht sollte sie ihn um Hilfe bitten und wenn es nur ein paar Ratschläge für die Jagd waren.

Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Sechster Tag

Von Keldric am 19. Juni 2014

« Dritter TagSiebenter Tag »

Garetien

Beim Turnierplatz vor Eslamsgrund, am 6. Ingerimm
Der Tralloper Riesen scharte unruhig mit seinen Hufen im Sand, seine Nüstern blähten sich aufgeregt auf. Ungeduldig schlug der junge Hengst den Kopf von einer zur anderen Seite, er sträubte sich noch immer gegen die Zügel und Jarlbach tat sich schwer daran, sein wütendes Kriegspferd im Zaum zu halten. Der Hengst ließ sich nicht beruhigen, ungestüm stampfte er mit den Hufen und drehte sich um die Hinterhand. Dann gab Jarlbach seinem Tier die Sporen und der Tralloper Riese stieß sich mit den Hinterbeinen ab und preschte, wie von Dämonen gehetzt, aus der Drehung hervor.
Die Erde bebte als die beiden Kriegspferde aufeinander zu galoppierten. Jarlbach senkte seine Lanze, einen Moment später stieß die Spitze mit aller Wucht auf den geschützten Hals seines Gegners. In einem lauten Knall zerbarst das Holz der Lanze. Sein Kontrahent riss es aus dem Sattel. Sein Fuß unglücklich im Steigbügel verkeilt, schleifte sein Pferd ihn noch hinter sich her. Tosender Beifall brandete auf. Jarlbach warf den Stiel seiner geborstenen Lanze in den Sand und drehte seine Ehrenrunde an der Tribüne der Kaiserin vorbei.

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Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Dritter Tag

Von Wulf am 14. Juni 2014

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Garetien

Schloss Gerbaldsberg, frühe Abendstunde des 3. Ingerimm
Kedia von Sturmfels war wie alle auf dem Turnier anwesenden garetische Adlige zum großen Adelsbankett auf dem Gerbaldsberg eingeladen. Diese Pfalz der Kaiserin hatte sie schon von außen beeindruckend. Als sie die vielen Adligen sah, wollte sie gar nicht mehr wissen, welches Vermögen die Bewirtung kosten musste. Noch war allerdings nichts aufgetischt und die Kaiserin nicht anwesend. So saß sie geduldig an ihrem Platz ganz weit außen, wo all die landlosen Ritter und Adlige zusammensaßen. Um der Kaiserin nahe zu sein, musste man bedeutender sein. Ihre Gedanken flogen wieder zu dem Festbankett von Barnhelm von Rabendmund vor einem halben Monat. Sie hatte sich beherrschen und vielleicht auch etwas weniger trinken sollen. Ihr Gesicht wurde wieder rot, als sie daran dachte, wie sie aufgesprungen war und von Marbos eine Entscheidung verlangte, wen er sein Herz schenken wollte. Diese vielen Blicke waren ihr sehr unangenehm gewesen. Sie hatte einige Kämpfe und Turniere hinter sich, aber das höfische Leben kam ihr wie der eigentlich schwere Kampf vor. Intrigen und Verlogenheit lagen ihr nicht. Und warum hatte sich Marbos nicht entscheiden können? Stattdessen hatte er seine Wahl von dem Ausgang einer firungefälligen und ritterlichen Jagd abhängig gemacht. Aber wie sollte sie diesen Wettbewerb ohne Mittel für Jagdhelfer gewinnen? Ihre Verwandten in der Traviamark hatten sich nicht bereiterklärt, sie zu unterstützen.

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Frühjahrsturnier zu Eslamsgrund – Zweiter Tag

Von Wulf am 10. Juni 2014

« Erster Tag IIDritter Tag »

Garetien

Auf der Tribüne von Kaiserin Rohaja, am 2. Ingerimm
Alrik vom Blautann und vom Berg beobachtete den Kampf auf dem Großen Turnierplatz. Er stand direkt hinter der Kaiserin, obwohl er auch einen Panthergardisten zum Schutz hätte abstellen können. Aber von hier aus hatte er den besten Blick auf dem Kampfplatz. Und den brauchte er auch, da gerade Gwain Isonzo von Harmamund auf dem Platz hoch zu Ross gegen einen Garetier focht. Dieser Stadtvogt von Omlad, der bevorzugte Heerführer und Marschall von Selindian Hal würde früher oder später sein Gegner auf diesem Turnier sein. Alrik hatte schon viele Turniere gewonnen und er würde für die Kaiserin wie immer sein bestes geben. „Aber bitte Rondra, steh mir bei. Ich fürchte keinen Gegner und kein Schmerz. Aber bitte, verhindere, dass schon wieder eine Klinge zerbricht“, dachte der Oberst der Löwengarde. Hasste ihn Ingerimm so sehr? Er beobachtete die Bewegungen von Gwain genau. Sein baldiger Gegner war gut 20 Jahre älter, aber trotzdem ernstzunehmen. Nicht umsonst diente der begnadigte Answinist Selindian in einem so hohen Amt. Er würde den aktuellen Kampf gewinnen, diese Einsicht hatte Alrik schnell bekommen. Dies traf wohl auch auf die Kaiserin zu, die ihren Kopf zum Markgrafen Rondrigan Paligan gewendet hatte. Der Garetier auf dem Großen Turnierplatz würde mit Sicherheit nicht zu den am Ende des Turniers besonders geehrten zwölf Rittern gehören.

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