Phex Kinder

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Lyrische und dramatische Texte innerhalb der Epik ;)

Olbur, Drachentöter

Von Merdarion am 23. Oktober 2017

Wildermark

Zerbissen, geschunden, zerkratzt und verbrannt,
So die Sage von Olbur dem Langen stattfand.
Ein Zwerg so kühn sich zu stellen dem Drachen,
Gar kämpfte weiter als er befand sich im Rachen.
Die Bestie sie tobte und fauchte rastlos,
Doch ließ sie den armen Zwergen nicht los.
Mit strengen Hieben der Zwerg sich erwehrte,
Mal links mal rechts der Hammer den Drachen belehrte.
Die letzte Hoffnung des Ungetums,
Verbrennen er wollt ihn im feurigen Sturm.
Olbur jedoch beflügelt vor Zorn,
Rammt‘ in den Gaumen des Korspießes Sporn.
Der letzte Streich ihn sollt bezwingen,
Halfen die Helden Olbur zu entwinden.
Befreit aus dem Maule, welch’s rot war vor Glut,
Der Zwerg sich vergönnte ein Schluck kochend Blut.
Das Kind ward gerettet und Kornmund befreit,
Die Sage von Olbur tragt in all‘ Ewigkeit.

–Ein Aushang, welcher kurz nach den Geschehnissen um den Höhlendrachen die Stadt Zweimühlen ziert. Des Nachts kann man auch einige Geschichtenerzähler aus den Tavernen hören und selbst im Waisenhaus scheint das Märchen als Schauerspiel vor den Abendstunden die Kinder in ihren Bann zu ziehen, Travia 1032 BF

Das Erntefest zu Zweimühlen

Von Luthien am 28. August 2015

Wildermark

Zweimühlen, ein Nachmittag Ende Efferd 1032 BF
„Nein, nein, nein!“, herrschte Ilmariel den Burschen an. Der Zornausbruch war gespielt, aber der Unmut über die Leistung des jungen Mannes war echt. „Adhemar ist ein Held, verdammt! Er hat gerade den größten Feind bezwungen, den Zweimühlen jemals hatte und du lässt ihn klingen, als sei er überrascht, Necrorius‘ getötet zu haben. Nochmal!“ Mit einer wedelnden Handbewegung scheuchte er die Schausteller wieder auf ihre Plätze.

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Die Helden von Zweimühlen – Ein Schauspiel

Von Luthien am 06. Mai 2015

Wildermark

Grafenburg zu Zweimühlen, 30. Ingerimm 1031 BF
Tief gebeugt über einige Seiten Papier saß der Stadtmeister Zweimühlens an seinem Schreibtisch. Heller Sonnenschein flutete durch die hohen Fenster des kleinen Erkers herein und spendete ihm bereits seit einigen Stunden gutes Licht. Er war so in seine Notizen versunken, dass er ein Klopfen an der Tür überhört hätte. Abgesehen von den Geräuschen, die vom Sonnenplatz zu seinem Fenster heraufdrangen, waren nur sein leises Atmen und das energische Kratzen der Feder zu hören, unterbrochen allein von den Pausen, in denen er neue Tinte aufnehmen musste und die er nutzte, die nächsten Verse zu ersinnen. Auf dem neuesten Papier stand zu lesen:

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Das letzte Korn

Von Merdarion am 08. Januar 2014

Hartsteen

Die Bürger von Ebershag, die hatten es schwer,
denn ihr Volk hatte bald nichts zu essen mehr.
Der Großteil der Ernte war weggefror‘n,
doch der Drego wollt’ das Gold aus dem letzten Korn.
(Doch der Drego wollt’ das Gold aus dem letzten Korn.)

Bald der Okenheld in ihr Dörflein kam,
wollte schließen ein Handel ganz friedlich und zahm.
Doch der Preis in seinen Augen, wie ein Dorn,
denn der Drego wollt‘ zu viel für das letzte Korn.
(Denn der Drego wollt‘ zu viel für das letzte Korn.)

Mit dem Zug aber auch ein Ritter erschien,
wollt‘ zurück den Platz, den Drego hat‘ gelieh’n.
Dieser hob sein Schwert und verteidigte voll Zorn,
seinen Hof und das Gold aus dem letzten Korn.
(Seinen Hof und das Gold aus dem letzten Korn.)

Die Nacht vorbei, der Hof in neuer Hand,
gab Herr Baerfold bald die frohe Kund‘ bekannt.
Schon ward der neue Herr von Ebershag gebor’n,
doch auch er wollt‘ das Gold aus dem letzten Korn.
(Doch auch er wollt‘ das Gold aus dem letzten Korn.)

–Unterwegs zwischen Bugenhog und der Reichsstadt Hartsteen von Hjoldar Askirson gesungen, Travia 1030 BF

Zur Erläuterung: Dies ist kein Gedicht, sondern ein Lied, was bedeutet, dass der Satzrhythmus von Strophe zu Strophe unterschiedlich sein kann, je nachdem welches Wort man auf die Melodie anpasst. Die Akkorde/ Noten werden ggf. noch bekannt gegeben, als „Lesehilfe“ könnt ihr die Melodie von „Ballade von den 3 Sündern“ von Potentia Animi nehmen, diese passt sehr gut darauf.

Drei Rekker

Von Merdarion am 04. November 2013

Garetien

Ein blut’ger Mann drei Rekker traf,
ein Hilferuf ihn‘ rüberwarf,
sein Hab und Gut gestohlen war,
dazu die Tochter in Gefahr,
Die Rekker zu den Räubern gingen,
bald Waffen in ihr’n Köpfen hingen,
die Magd befreit, das Geld gerettet,
so hatten die Räuber nicht gewettet.

–In einem Gasthaus vom Skalden Hjoldar Askirson vernommen, Efferd 1030 BF

Die Erzählung des Talandriel

Von Luthien am 29. April 2011

Talandriel war, so sagt man sich,

Mit einer Höhe von zwei Schritt,

mit Haaren wie aus Gold und Licht,

mit glänzend Blick, hart wie Granit,

im makellosen Angesicht,

wie jeder Elf, doch stimmt dies nicht;

in kurzer Zeit schon wird man sehen,

er musste – fern von Traum und Wald – tief in die Fremde gehen.

—–
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